Neuigkeiten - Boßelverein Spohle

 Boßelverein Spohle
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14.09.2021
Bosseln oder Boßeln?

Heißt es nun Bosseln oder Boßeln oder ist es möglicherweise egal, wie man es schreibt?

Forscht man im Internet nach, erkennt man schnell: Es gibt beide Begriffe, aber mit unterschiedlichen Bedeutungen. Bei Wikipedia bekommt man den Hinweis, dass es sich beim Boßeln, welches auch als Klootschießen bezeichnet wird, um eine Sportart handelt, bei der eine Kugel mit möglichst wenigen Würfen über eine festgelegte Strecke geworfen wird, während Bosseln dem Stockschießen ähnelt. Das Klootschießen ist eine Feldkampfsportart, während das Boßeln auf der Straße ausgetragen wird. >> Link
Im Duden kann zu Boßeln folgendes gelesen werden lesen: (im Sommer auf Wiesen, Landstraßen, Straßen, im Winter auf vereisten Flächen ausgetragenes) Spiel, bei dem mit Boßeln in einer festgelegten Anzahl von Würfen ein Ziel getroffen oder eine möglichst weite Strecke durchmessen werden soll.
Zu Bosseln steht im Duden folgendes: Es handelt sich um ein Verb (ich bossele) mit der Bedeutung: an etwas mit Ausdauer arbeiten, herumbasteln, in Kleinarbeit [mühsam] herstellen. >> Link

Quellen:
14.09.2021
Regelung für den Punktspielbetrieb

In der Altersklasse I darf im Punktspielbetrieb unterhalb der jeweiligen Bezirksliga, mit der entsprechenden Kugel der jeweiligen Alterklasse geworfen werden. Des Weiteren können C- Jugendliche und jünger zusätzlich zum Auswechselkontigent gegeneinander ausgewechselt werden.

03.10.2021
Aktualisierung der Mannschaftsfotos

Wie in den letzten Jahren auch, sollen die Fotos beim Abwurfpunkt der 2. Mannschaft (erste folgende Kurve) geschossen werden. Dazu bitte ich alle Mannschaften sich rechtzeitig, nach dem folgenden Zeitplan, auf unserer Heimstrecke einzufinden:

12.05 Uhr: 1. Frauen
            
12.10 Uhr: 1. Männer
            
12.15 Uhr: 2. Frauen
            
12.20 Uhr: 2. Männer
            
12.25 Uhr: 3. Männer
            
12.30 Uhr: Männer IV/V
            
12.35 Uhr: 3. Frauen

Die Mannschaftsführer(-innen) geben diesen Termin bitte an alle Werfer und Werferinnen ihrer Mannschaften bekannt!
Ich würde mir wünschen, dass in diesem Jahr alle Mannschaften zu diesem Termin erscheinen!
Wenn Ihr dann noch pünktlich seid, würde es mich sehr freuen!
Ich danke Euch schon im Voraus!
Euer Schriftwart Matthias
22.08.2021
FKV will zur Sachlichkeit zurückkehren

Helfried Goetz soll am 17. September neuer FKV-Vorsitzender werden. Ihm weiter zur Seite stehen möchte der scheidende Vorsitzende Jan-Dirk Vogts.
Beim Friesischen Klootschießerverband (FKV) wird es in naher Zukunft große personelle Veränderungen im Vorstand geben. Der Vorsitzende Jan-Dirk Vogts, der seit 16 Jahren für die Belange des Friesensports zuständig war, gab bei einer Pressekonferenz bekannt, dass er sein Amt auf der Jahreshauptversammlung am 17. September in Middels abgeben wird. Der aus Hollwege stammende Vogts wird jedoch nicht komplett aus der Vorstandsarbeit ausscheiden, wie er es eigentlich geplant hatte. Er möchte im Falle einer Wahl als zweiter Vorsitzender den neuen FKV-Chef in seiner Arbeit unterstützen. Den Posten des Vorsitzenden strebt Helfried Goetz an. Da der Ostfriese Johannes Trännapp auf eigenen Wunsch den Posten des zweiten Vorsitzenden räumt, wäre die Kombination Goetz und Vogts möglich. Auf Goetz kommen einige Herausforderungen: „Wir müssen alle zusammenrücken und zur Sachlichkeit zurückkehren.“ Vogts will seinem Nachfolger freie Hand lassen: „Er soll nicht das machen, was ich gemacht habe. Er soll den FKV mit seinen Ideen und Vorstellungen prägen und seine Handschrift hinterlassen.“ Mit dem möglichen neuen ersten Vorsitzenden ist Trännapp zufrieden: „Helfried Götz ist jemand, der überzeugt ist und dem Verband etwas zurückgeben will.“.Vogts, der ehemalige Vorsitzende aus Hollwege, zeigte sich zuletzt enttäuscht: „Es hat viel Spaß gemacht, aber wenn man nach so langer Zeit ständig attackiert wird, auch unter der Gürtellinie, dann überlegt man sich, ob das alles noch Sinn macht.“ Ihn ärgerte auch die fehlende Solidarität und Loyalität, vor allem während der Corona-Pandemie: „Wenn gesagt wird, es wird nicht geboßelt, dann muss das akzeptiert werden. Wir haben als Dachverband die Verantwortung.“
Es gab sogar Gerüchte, die beiden Landesverbände wollten sich vom Dachverband lossagen. Das habe sich mit dem neuen Oldenburger Landesvorsitzenden Frank Göckemeyer zum Positiven gewendet, wie der FKV-Vorsitzender betont. Zudem rumort es im FKV-Vorstand: „Wir haben keinen Platz für Profilierungssüchtige. Jeder soll auf seiner Spielwiese bleiben, wo er die Verantwortung trägt und sich nicht irgendwo einmischen, wo man nicht zuständig ist,“ sagt Vogts.

19.08.2021
Die Finger kribbeln schon

Endlich wieder Boßeln
Der Virus wird uns mit seinen unzähligen Varianten noch über Jahre hinweg mehr oder weniger im Griff haben. Trotz steigender Zahlen wird, wenn die Bundesregierung nicht eingreift, ein reibungsloser Spielbetrieb möglich sein. Davon können wir zunächst ausgehen. Mit der 3 G-Regel, der bewerten AHA-Regel, der Corona-Warn-App und den verschiedenen Apps zur Dokumentationspflicht, die wir natürlich auch noch schriftlich erstellen können, haben wir die Werkzeuge um eine reibungslose Saison bestreiten können.
23.07.2021 Boßeln mit dem Bürgermeister

Ein toller Erfolg war die Sommeraktion 2021 der Jugendpflege Wiefelstede

Mit viel Engagement beim Boßeln und Spaß beim dazugehörigen Suchen der Kugeln im Graben, waren alle mit großem Eifer dabei. Nach dieser Veranstaltung bedankte Jörg Pieper sich dafür, dass er den Kindern im Rahmen der Ferienpassaktion in die Geheimnisse des Boßelns einweihen durfte: Das war heute ein ganz besonderer Vormittag für mich!
Der Boßelverein bedankt sich bei Jörg für seinen Einsatz, den Kindern den Boßelsport näher zu bringen. Eine tolle Aktion, die auf jeden Fall wiederholt werden soll!

29.06.2021
Versammlung vom Vorstand und der Mannschaftsführer

Die Boßelsaison 2021/2022 kann starten

Nach langer Zeit konnten sich die Mitglieder vom Vorstand und die Mannschaftsführer wieder zusammen setzen um die wichtigsten Angelegenheiten zu erörtern und besprechen zu können.
Mannschaftsaufstellungen
Erfeulich ist hier zu vermelden, dass unser Verein mit den bekannten Mannschaften der letzten Saison am Spielbetrieb teilnehmen kann. Trotz der noch anhaltenden Pandemie haben wir keine nennenswerte Ausfälle zu verzeichnen!
So können wir mit drei 16er Männermannschaften, drei 8er Frauenmannschaften, einer Männer IV und einer Männer V Mannschaft am Ligenbetrieb teilbehmen. Im Jugendbereich werden wir ebenfalls Mannschaften stellen können. Im Ligenpokal werden wir mit drei Männermannschaften und zwei Frauenmannschaften teilnehmen. Der Saisonstart ist voraussichtlich am 03.10.2021.
Hygienekonzept
Zu den Wettkämpfen können wir auf das bekannte und bewährte Hygienekonzept der letzten Saison zurückgreifen. Hierzu werden Euch die Mannschaftsführer nochmals unterrichten. Folgend der Link zu den entsprechenden Dokumenten des Hygienekonzepts:
Jahreshauptversammlung
Aufgrund der Pandemie musste die letzte Jahreshauptversammlung leider ausfallen. Wenn nichts unvorhergesehenes passiert, wollen wir diese im September 2021 nachholen, ob oder wie wir diese gestalten können, bleibt noch abzuwarten.
Veranstaltungen
75 Jahre BV Spohle
Wir Ihr alle wisst, möchten wir im nächsten Jahr unser 75 jähriges Jubiläum feiern, so es dann möglich ist. Hierzu laufen seit längerem schon die Vorbereitungen. Wie auf der JHV 2020 beschlossen, wollen wir am ersten Septemberwochenende 2022 eine Veranstaltung auf die Beine stellen, ähnlich der, die wir zum 50. Jubiläum veranstaltet haben.

18.06.2021
Spielleiter nimmt Klasseneinteilung in Kreisligen vor

In den Boßel-Kreisligen steht zur kommenden Saison 2021/2022 eine neue Klasseneinteilung an. Bisher erfolgte die Aufteilung der Mannschaften unterhalb der Bezirksstaffeln bei den Männern regional bedingt in die Staffeln Nord/West (N/W) für Teams der Kreisverbände Jeverland, Wilhelmshaven und Friesische Wehde sowie Süd/Ost (S/O) für Mannschaften aus den vier Kreisverbänden Ammerland, Waterkant, Stadland und Butjadingen.
In Nord/West sind in dieser Saison in zwei Staffeln nur noch zwölf Teams mit einer Mannschaftsstärke von 16 Sportlern gemeldet. In Süd/Ost – mit dem Unterbau Ammerland/Waterkant (A/W) – waren in vier Staffeln noch 32 Teams mit einer Mannschaftsstärke von 16 Boßlern dabei.
Wegen der zurückgegangenen Teamzahl mit der Mannschaftsstärke 16 im Bereich Nord/West wird nun eine Verschmelzung der Staffeln ab der neuen Saison vorgenommen. Für die Einteilung der neuen Kreisligen sollte von Spielleiter Erich Kuhlmann aus Rastederberg das sportliche Abschneiden der 44 Teams in der Saison 2020/ 2021 herangezogen werden. Auf Wunsch der Vereine aus Nord/West wurde der Beschluss nun umgesetzt.
Da dieser allerdings durch den coronabedingten Abbruch der Saison 2020/2021 nicht eins zu eins umgesetzt werden konnte, hat der Arbeitsausschuss vor Kurzem Folgendes beschlossen:
 Jetzige 1. Kreisliga S/O wird neue 1. Kreisliga
 Jetzige Kreisliga N/W wird neue 2. Kreisliga
 Jetzige 2. Kreisliga S/O wird neue 3. Kreisliga
 Jetzige 1. Kreisliga Ammerland/Waterkant (A/W) wird neue 4. Kreisliga
 Jetzige 2. Kreisliga A/W und Kreisklasse N/W bilden die neue 5. und 6. Kreisliga.

12.06.2021
Favoriten behalten meist die Oberhand

Der letzte Wettkampf war für die meisten Boßeler aus dem Ammerland länger als ein halbes Jahr her. Dennoch kam es im Ammerlandpokal in Runde eins nur zu wenigen Überraschungen.
Die Boßeler aus dem Ammerland sind wieder in den Wettkampfmodus gestartet. Bis Donnerstagabend mussten die Friesensportler die erste Runde im Ammerland-Pokal ausspielen. Und dabei zeigten die Boßeler nach der Rückkehr in den Trainingsbetrieb am 2. Juni bereits ordentliche Leistungen.
In der ersten Runde konnten sich noch zahlreiche Teams zurücklehnen. Im 32 Teams starken Teilnehmerfeld gab es 20 Freilose.

Boten dem Favoriten aus Torsholt einen spannenden Wettkampf:
Die Boßeler aus Wemkendorf, die sonst in der 2. Kreisklasse starten, unterlagen dem Landesligisten am Ende nur knapp.

In den ausgetragenen Partien wollten die klassentieferen Teams ihren Heimvorteil nutzen und den „Großen“ ein Bein stellen. Viele Überraschungen gelangen dabei nicht. Das größte Ausrufezeichen setzte die Mannschaft aus Portsloge. Der Bezirksligist feierte gegen Stapel II aus der Verbandsliga einen 10:0-Kantersieg. Auch Roggenmoor/Klauhörn II (Bezirksliga) überraschte den Verbandsligisten Scheps beim 5:0-Erfolg. Weitere Heimsiege gab es für Petersfeld im Duell der Teams aus der 2. Kreisliga gegen Tarbarg und für den Kreisklassisten aus Benthullen (1:0 gegen Moorburg/Hollriede aus der Kreisliga).

AMMERLAND-POKAL Männer, erste Runde
Jeddeloh II (2. KK) - Stapel (Verbandsliga) 0:6
Stapel III (2. KK) - Torsholt V (Landesliga) 0:9,035
Petersfeld, (2. KL) - Tarbarg II (2. KL) 1,223:0
Langebrügge (2. KL) - Halsbek II (LL) 0:7,007
Torsholt IV (KK) - Nethen (2. KL) 0:4
Wemkendorf (2. KK) - Torsholt (LL) 0: 1,050
Halstrup (2. KK) - Roggenmoor/Klauhörn (Bezirksliga) nicht gemeldet
Benthullen (1. KK) - Moorburg/Hollriede (KL) 1,022:0
Querenstede (KL) - Torsholt III (LL) 0:5,020
Portsloge (BL) - Stapel II (VL) 10,100:0
Roggenmoor/Klauhörn II (BL) - Westerscheps (VL) 5,029:0
Holtange (2. KK) - Halsbek (LL) 0:12,012

Zweite Runde
Westerloy - Torsholt V
Roggenmoor/Klauhörn II - Stapel
BV Gießelhorst/Hüllstede II - Petersfeld
Benthullen/Habern - Westerloy II
BV Gießelhorst/Hüllstede - Nethen
Ohrwege/Ohrwegerfeld - Halsbek II
Hollwege - Torsholt III
Haarenstroth - Torsholt
Westerstederfeld/Ihorst - Haarenstroth II
BV Wittenheim - Halsbek
Specken - Leuchtenburg II
Tarbarg - Sieger Halstrup-Roggenmoor/Klauhörn
Wemkendorf II - Leuchtenburg
Howiek - Vielstedt/Hude
Hollwege II - Torsholt II
Dänikhorst - Porstloge
Männer II, erste Runde (13 Freilose)
Querenstede - Torsholt II
Torsholt - Sandhatten
Moorburg/Hollriede - Leuchtenburg

Die Stimmung
Froh über die Rückkehr in den Wettkampfbetrieb waren auch die Mannschaften aus Wemkendorf und Torsholt. Die meisten Sportler hatten die Boßelkugeln bei einem Wettkampf zuletzt im Oktober in der Hand. Als Vorbereitung auf den Pokal gab es lediglich ein paar Trainingswürfe.
„Das kam jetzt alles kurzfristig. Daher bin ich gespannt, wie die Saison jetzt läuft“, sagte der Wemkendorfer Mannschaftsführer Walter Ulrich, der mit seinen Werfern aus der 2. Kreisklasse auf den Favoriten aus der Landesliga traf.
Und es lief für den Außenseiter gar nicht so schlecht. Es sollte sich trotz des deutlichen Klassenunterschied eine spannende Partie ergeben. Am Ende setzte sich der Favorit mit einem Schoet und 50 Metern Vorsprung durch. Bereits im Vorjahr konnten die Wemkendorfer im Pokal in der ersten Runde ebenfalls gut gegen den Landesligisten aus Halsbek mithalten und mussten sich nur knapp geschlagen geben.
„Zu unseren aktuellen Form kann man noch nicht viel sagen“, sagte Torsholts Kapitän Fabian Sommer: „Wir hoffen, dass wir unseren Favoritenstatus auch hoffentlich in den nächsten Runden nutzen können.“

Die Regeln
Die Mannschaftsstärke beträgt pro Gruppe vier Stammwerfer. Zwei Ersatzspieler dürfen eingewechselt werden. In den Hauptklassen der Männer und Frauen genießen die klassentieferen Mannschaften Heimrecht. Bei den Partien wird auf der Hintour mit der Gummi-Kugel geworfen. Auf der Rücktour wird die Holzkugel in die Hand genommen.
Die zweite Runde in der Männer-Hauptklasse muss bis zum 24. Juni absolviert werden. In diesem Zeitraum stehen auch die Erstrunden-Partien der Frauen-Hauptklasse und Männer II an. Die Männer III und Männer IV haben mit der ersten Begegnungen bis zum 8. Juli Zeit, die Frauen II sogar bis zum 22. Juli.
Ausgespielt wird der Pokal über sechs Runden. Bis zum Finale werden die einzelnen Runden im 14 tägigen Rhythmus ausgetragen.

28.05.2021
Verbände hoffen auf weitere Lockerungen

Die Verantwortlichen des FKV und KLVO haben online über das weitere Vorgehen der Friesensportler diskutiert. Erste Veranstaltungen könnten bereits im Juni stattfinden – wenn es die behördlichen Auflagen erlauben.
In Videokonferenzen haben die Verantwortlichen des Friesischen Klootschießerverbands (FKV) und Klootschießerlandesverbands Oldenburg (KLVO) über das weitere Vorgehen der Friesensportler in der Corona-Pandemie diskutiert. Dabei zeigte sich der erweiterte FKV-Vorstand erfreut über die jüngsten Lockerungen im Sport für Kinder und Jugendliche. Nun ruht die Hoffnung der Friesensport-Funktionäre darin, dass bald – etwa im Zuge des geplanten neuen niedersächsischen Stufenplans – auch für Erwachsene die Ausübung von Gruppensport möglich sein wird.
Die Nachholtermine
Vorbehaltlich, dass sich das Infektionsgeschehen weiter positiv entwickelt und es die erhofften Lockerungen für Sporttreibende gibt, wurden bereits zwei mögliche Nachholtermine für die im Vorjahr ausgefallenen Kloot- und Hollandkugelmeisterschaften ins Auge gefasst: 19. und 26. Juni. Der Arbeitsausschuss Kloot- und Hollandkugel hatte den Auftrag erhalten, diese Veranstaltungen entsprechend vorzubereiten. Somit soll sichergestellt werden, dass im Fall von Lockerungen zeitnah reagiert werden kann.
Das Boßeln
Der KLVO hat seine weitere Vorgehensweise in einer eigenen Videokonferenz beraten. Fest steht: Beim Boßeln werden keinerlei Veranstaltungen auf Landesebene mehr bis zum Saisonablauf am 30. Juni geplant. Der Fokus liegt hier bereits auf der Vorbereitung und den für Ende September erhofften Start der neuen Boßel-Saison 2021/2022. In puncto Championstour werden die Entwicklungen abgewartet.
Die EM
Alle teilnehmenden Verbände an den Europameisterschaften haben sich im August zu einer Videokonferenz verabredet. Laut Aussage des FKV-Vorsitzenden Jan-Dirk Vogts (Holwege) gilt Folgendes: „Sollte sich bei diesem Online-Treffen herausstellen, dass auch nur ein einziger Verband nicht in der Lage sein wird, 2022 an der EM teilzunehmen, wird diese abgesagt.“
Das Klootschießen
Im Klootschießen plant der KLVO – zumindest vorerst – eine Veranstaltung. Um vor allem dem Nachwuchs wieder eine Perspektive bieten zu können, wird aktuell geprüft, ob die Durchführung eines Werfens im Rahmen der Saisonmeisterschaft am 12. Juni möglich ist. Dazu werden aber noch die neuen Verordnungen der Landesregierung abgewartet, die zum 1. Juni in Kraft treten sollen. Der kommissarische KLVO-Vorsitzende Frank Göckemeyer erklärt: „Erst dann gehen wir in die genaueren Planungen.“
Grundsätzlich sei angedacht, die Veranstaltung auf mehrere Orte zu verteilen, um Menschenansammlungen zu vermeiden und allen Teilnehmern größtmöglichen Schutz zu bieten. Diesbezüglich wird KLVO-Feldobmann Stefan Bruns auch in Kontakt mit den zuständigen Behörden treten, um die Vorgaben für ein Test- und Hygienekonzept zu erörtern und zu erstellen.
Die Vorsicht
„Wahrscheinlich wünschen sich alle Heimatsportler, endlich wieder starten zu können – egal ob auf der Straße oder auf dem Feld“, weiß Göckemeyer: „Wir dürfen aber nicht zu übereifrig sein und müssen weiterhin Vorsicht walten lassen. Schließlich möchten wir dauerhaft wieder unseren Sport betreiben können und nicht nach kurzer Zeit schon wieder ein Verbot ausgesprochen bekommen.“

03.05.2021
Impulse für einen anspruchsvollen Sport

Die Anmeldungen für die neue Klootschießer Liga sind ab sofort möglich. Der Friesische Klootschießerverband möchte das Klootschießen stärken.
Der Tenor einer Umfrage des Arbeitsausschusses ,Klootschießen’ im Friesischen Klootschießerverband (FKV) unter den 240 Vereinen des Verbandes ist eindeutig: Die Zahl der Vereine, die eine aktive Klootschießerarbeit betreiben, ist gering. Es fehlen fachkundige Betreuer und Übungsleiter zur Übermittlung der Technik. Ausschussmitglied Detlef Gerjets, ein erfahrener Klootschießer aus Etzel, hatte die Ausarbeitung der Fragen vorangetrieben. Er wollte sich ein Bild von der Gesamtsituation machen.

Es zeigt sich: Die Ausbildung lag lange im Argen. Seit geraumer Zeit versucht der FKV, mit der Übungsleiter-Ausbildung dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Allerdings steht bei vielen Menschen das Boßeln an erster Stelle. Kaum jemand absolviert die für Topleistungen nötigen Trainingseinheiten.

Die Klootschießer Liga
Die Anmeldung zur neuen Klootschießer-Liga nimmt Jens Kleen bis zum 20. Juli dieses Jahres per E-Mail entgegen (jens.kleen@gmail.com). Die Fragen der Vereine und der Teilnehmenden beantworten Jens Kleen (04941/607030) und Detlef Gerjets (04465/945662) jeweils auch telefonisch.

Optimismus
Gerjets sagt, dass er ein Optimist sei. „Aber wenn wir nichts tun und die Hände in den Schoß legen, dann könnte es passieren, dass Klootschießen irgendwann nur noch in langen Unterhosen auf Folkloreveranstaltungen gezeigt wird und es als Leistungssport der Vergangenheit angehört.“
Die Klootschießerinnen des FKV um Europameisterin Anke Redelfs haben ein hervorragendes Leistungsniveau. Leistungsstarke Jugendliche sorgen für Konkurrenz im Team. Die Frauen werfen mit dem 375 Gramm schweren Kloot und nutzen den Drehwurf – wie in der Leichtathletik üblich.
Die Männer werfen mit dem 475 Gramm schweren Kloot. Hendrik Rüdebusch ist zwar der Europameister und das Aushängeschild des Verbands. Aber die Personaldecke ist dünn. Ausfälle können kaum kompensiert werden. Aus der männlichen Jugend schaffen zu wenige Werfer den Sprung übers Brett in den Männer-Kader. Bei der EM 2022 muss der FKV aufpassen dass er nicht vom Gastgeber Schleswig-Holstein abgehängt wird. Die männliche Jugend steht im internationalen Vergleich hinten an.

Neue Liga
Leistungsvergleiche sind für Klootschießer zumeist nur im August und im September möglich. Das soll sich mit der Einführung der Klootschießer-Championstour verbessern. Es gibt acht Termine. Hinzu kommt die Einführung der Klootliga nach dem Vorbild der Klootscheeterliga in Ostfriesland. Die Vereine messen sich in einem Dreikampf in den Disziplinen Klootschießen, Schleuderball und Hollandkugel.Gerjets schaut positiv nach vorne: „Momentan engagieren sich auch viele junge, aktive Werferinnen und Werfer in der Vorstands- und Ausschussarbeit. Vieles ist im Um- und Aufbruch. Ich bin mir sicher, dass es mit dem Klootschießen aufwärts geht.“

03.05.2021
Ausnahmewerfer schlagen kritische Töne an

Spitzenleistungen im Klootschießen liegen bei mehr als 90 Metern. Allerdings ist es schon ein paar Jahre her, dass Friesensportler in diese Bereiche vorstießen. Drei frühere Europameister erzählen, wie sie diese Weiten erreichen konnten: Stefan Albarus aus Norden, Detlef Müller aus Mentzhausen und Hans-Georg Bohlken aus Ellens. Bohlken und Müller üben Kritik an den Entwicklungen im Klootschießen und im Friesensport.
Der „,Bär von Ellens“ blickt mit Sorge auf die Entwicklung an der Spitze des Klootschießens. Hans-Georg Bohlken ist dreifacher Europameister. Seine Bestweite beträgt 105,20 Meter. Der 59-Jährige gewann den EM-Titel 1984, 1988 und 1992. „Das Klootschießen befindet sich in einem Leistungstief“, sagt er. Über den Boßelsport fällt er dasselbe Urteil. Die besten Ergebnisse bei Einzelmeisterschaften würden oft in den älteren Altersklassen erzielt.

Bild: Detlef Müller, Hans-Georg Bohlken und Stefan Albarus

Die Gründe
Ein Grund für ausbleibende Topleistungen sei der Mitgliederschwund, ein anderer die falsche Förderung des Nachwuchses. „Es hilft nichts, wenn man sich damit rühmt, dass Gelder für die Jugendarbeit zur Verfügung stehen. Das Geld muss sinnvoll eingesetzt werden – und zwar im Schülerbereich“, meint Bohlken. In dieser Altersklasse gebe es die Chance, durch eine gute Ausbildung Spitzenwerfer zu generieren. Es gelte, eine Masse an Werfern zu motivieren, um einige bis in die Altersklassen zu halten. Diese Aufgabe obliege den Vereinen, den Kreis- und Landes-Verbänden und dem FKV. „Bis wieder Bestweiten oder Rekorde geworfen werden, dauert es. Aber das Interesse der jungen Menschen muss geweckt werden“, sagt er.
Der Europameister weiß um die aktuellen Probleme. „Während meiner Jugend war der Einfluss der Medien lange nicht so groß wie heute.“ Damit müssten alle Vereine kämpfen. Auch die geforderte Flexibilität in der Arbeitswelt sei seiner Meinung nach nicht förderlich. „Die Gesellschaft hat sich verändert, unser Friesensport noch nicht.“

Stefan Albarus
Spitzenwerfer Stefan Albarus hält den Weltrekord mit 106,20 Metern. Vor der EM 2000 in Meldorf trainierte er in der Technischen Schule der Luftwaffe in Faßberg. Auf die Europameisterschaften 2004 und 2008 bereitete er sich in der Sportschule Warendorf vor. Der Berufssoldat war der einzige Klootschießer, der dort täglich trainierte. Sein Erfolgsgeheimnis: „Glänzende Technik, ein blitzschneller Wurfarm, eiserne Trainingswille, viel Talent und großer Ehrgeiz.“

Die Laufbahn
In seiner Kindheit und Jugend habe er immer Sport getrieben, erzählt er: „Nach der Schule haben wir im Dorf gebolzt, abends zuhause mit Vater und Bruder Kloot geworfen. Später habe ich im Verein Fußball und Handball gespielt und geboßelt.“
Mit 16 Jahren habe er begonnen, das Klootschießen zu trainieren. Sein Bruder Karl-Georg stand damals in der Jugendauswahl des FKV für die Europameisterschaft. Bohlken steigerte sich: Als 18-Jähriger qualifizierte er sich für die Europameisterschaft 1980 in Holland. Er kam auf den Geschmack. „Danach habe ich angefangen, noch intensiver zu trainieren und zu lernen. Ich habe Bücher gelesen über Bewegungsabläufe und das Training im Allgemeinen und versucht, die Erkenntnisse aufs Klootschießen zu übertragen. 15 Monate vor einer EM habe ich jeden Tag trainiert. Das Wichtigste war der Bewegungsablauf.“ Bohlken glaubt, dass engagierte Werfer auch heutzutage noch diesen Trainingsaufwand leisten können. „Wer will, der kann“, sagt er: „Aber wofür das Ganze?“

Der Stellenwert
Das Klootschießen habe an Stellenwert eingebüßt, weil die Feldkämpfe fehlten und Kreis- und Landesmeisterschaften ihren Reiz verloren hätten. „Die Klootschießer wurden zurückgedrängt“, sagt er. Im FKV habe das Boßeln immer mehr Termine bekommen. Einzelwettbewerbe wie die Championstour und Pokalwerfen seien interessanter geworden. Talentierte Klootschießer widmeten sich verstärkt dem Boßeln. „Erschreckend ist, dass ein Preiswerfen eines Dorfvereins in Irland einen höheren Stellenwert hat als eine FKV-Meisterschaft.“

Trainingsintensive Schnellkraftdisziplin
Detlef Müller erklomm 1996 in den Niederlanden Europas Thron. Seine Bestweite ist 99,80 Meter. „Um diese Weiten zu erzielen, muss man jeden Tag was machen“, sagt er. Der heute 51-Jährige wirft immer noch für den Mentzhauser TV. Das Klootschießen sei eine leichtathletische Schnellkraftdisziplin: „Vielleicht ist es am ehesten mit dem Speerwerfen vergleichbar.“ Deshalb müssten neben dem Werfen auch Krafttraining, Schnellkrafttraining und Dehnübungen auf dem Trainingsprogramm stehen.
Müller sagt, dass alle guten Klootschießer von ihren Eltern gefördert worden seien. Er habe beobachtet, dass das immer seltener werde. Außerdem habe der Terminplan der Boßler die Klootschießer-Welt verändert. „Früher wurde von Ende April an bis Ende September nicht geboßelt. In dieser Zeit wurde Schleuderball gespielt und Kloot geworfen“, meint er.
Inzwischen erstrecke sich das Boßeln durch Veranstaltungen wie die Champions-Tour, verschiedene Preiswerfen sowie den Ossi- und den Landespokal auch auf die Sommermonate. Zugleich seien Wettkämpfe für Klootschießer – wie Preiswerfen, Verbandsmeisterschaften für Kreismannschaften oder der Jever-Cup – von den Boßlern boykottiert und kaputt gemacht worden. Klare Worte eines früheren Ausnahme-Athleten.
„Es ist sehr schade, dass das Klootschießen heute nicht mehr den Stellenwert genießt , den es früher einmal hatte“, sagt Müller. „Es war schließlich die Vorzeigedisziplin im FKV.“
Vor seinem Triumph in den Niederlanden habe er sich äußerst akribisch auf die Europameisterschaft vorbereitet. „Ich habe mit dem Studium ein Semester lang ausgesetzt und fünf bis sechs Stunden am Tag trainiert.“

03.05.2021
Championstour dient als Qualifikation zur EM

Der Friesische Klootschießerverband hat der Vorlage des Arbeitsausschusses Boßeln zugestimmt. Auch zur geplanten Klootliga gibt es neue Informationen.

Der Friesische Klootschießerverband (FKV) wird als Qualifikation zur Europameisterschaft 2022 eine Championstour im Boßeln anbieten. Das beschloss er während einer Videokonferenz des FKV unter der Regie des Vorsitzenden Jan-Dirk Vogts aus Hollwege.

Championstour
Sowohl die für die ausgefallene EM 2021 qualifizierte Mannschaft als auch die qualifizierten Jugendlichen, welche die Altersgrenze überschritten haben, seien in diesem Wettbewerb gesetzt. Zusätzlich sollen die Landesverbände Ostfriesland und Oldenburg ein Seiteneinsteigerwerfen anbieten, damit die Championstour mit Teilnehmern aufgefüllt werden könne. Da man derzeit noch nicht wisse, wie sich die Pandemie entwickele, würden genaue Teilnehmerzahlen und Termine für Auswahl-Werfen erst später festgelegt. Der erweiterte Vorstand des FKV hatte der Empfehlung des Arbeitsausschusses Boßeln um Boßelwart Alwin Jurisch einstimmig zugestimmt. Er beauftragte den Arbeitsausschuss mit der Festlegung der Qualifikationsbedingungen.
Jan-Dirk Vogts gab unterdessen bekannt, dass sich die Verbände geeinigt hätte, die EM abzusagen, sobald ein Verband coronabedingt nicht teilnehmen könne. Im August dieses Jahres werde entschieden, wie es weitergehe.

Die Klootliga
Das Regelwerk zur neuen Klootliga erläuterte derweil Detlef Gerjets. Er ist der Klootfachwart des Landesverbands Ostfriesland. Die Klootliga solle in erster Linie den Breitensport und den Jugendsport fördern. In Ostfriesland laufe die Klootliga bereits seit einigen Jahren erfolgreich.
In der Klootliga müsse eine Wettkampfklasse mit mindestens drei Personen aus einem Verein besetzt sein. Mindestens ein Jugendlicher müsse dabei sein. Als Disziplinen seien das Klootschießen, das Hollandkugel- sowie das Schleuderballwerfen vorgesehen. Zudem dürfen Jugendliche, die in ihrem Verein keine Mannschaft haben, in einem anderen Verein mitwerfen. Die NV-Versicherung möchte das Klootschießen weiter als Sponsor unterstützen, wobei keine Preisgelder an Sportler und Sportlerinnen ausgezahlt werden, sondern für die Jugendarbeit der Vereine zur Verfügung gestellt werden.

Verschiedenes
Unterdessen forderte der FKV seine Vereine dazu auf, für Impulse im Friesensport zu sorgen. Vor allem im Sommer sollen sie nach den Vorstellungen des FKV im Jugendbereich noch aktiver werden – sobald es die behördlichen Corona-Auflagen zulassen.
Ob die Jahreshauptversammlung im Sommer digital stattfinden wird, steht noch nicht fest. Favorisiert wird nach wie vor eine Präsenzveranstaltung – notfalls auch unter freiem Himmel oder in einem Fußballstadion.

10.04.2021
FKV 4 Gummikugel bleibt im Umlauf

Der Friesische Klootschießerverband kommt den Vereinen entgegen.

Während der dritten erweiterten Vorstandsversammlung des Friesischen Klootschießerverbands (FKV) mit den Vorständen der 13 Kreisverbände sind die zum zweiten Mal verschobenen Europameisterschaften in Schleswig-Holstein online diskutiert worden. Um für den anvisierten Termin im Mai 2022 schlagkräftige Mannschaften auf die Beine zu stellen, wird über entsprechende Qualifikationen nachgedacht. Das Kaderkonzept der Klootschießer wurde vom erweiterten FKV-Vorstand abgesegnet.
Hollandkugelwerfen
Die Idee, für das Klootschießen und das Hollandkugelwerfen eine Championstour nach dem Vorbild der Boßler einzuführen, hatte der zuständige Arbeitsausschuss schon Ende Februar vorgestellt. Man wolle dem Hollandkugelwerfen zukünftig wohl mehr Bedeutung zumessen, hieß es. So könne die Disziplin auch eine Rolle beim Friesischen Mehrkampf spielen, der im September ausgetragen werden soll.
Internationales Treffen
Im August wollen die Vertreter aus Irland, Italien und den Niederlanden Rücksprache mit dem FKV-Vorstand sowie dem EM-Gastgeber Schleswig-Holstein halten, ob das Treffen am Himmelfahrtswochenende 2022 in Dithmarschen und Eidelstedt realisiert werden kann.
Wenn die neue Boßelsaison im September dieses Jahres beginnt, bleiben nur noch sechs Monate Zeit, um die EM-Kader zu formen. Mit Blick auf die in 2024 folgende Heim-EM in Neuharlingersiel sollen laut FKV alle FKV-Meisterschaften im Jahr 2023 in den Kreisverband Esens auf die EM-Strecke vergeben werden.
Die Gummikugel
Die Gummikugel, die für viel Gesprächsstoff wegen ihres enormen Sprungverhaltens gesorgt hatte, bleibt laut FKV noch im Umlauf. Eigentlich hätte das Boßeln mit der FKV-4-Gummikugel zum 30. Juni dieses Jahres beendet werden sollen. Da aber fast die komplette Saison ausgefallen sei, solle diese rote Kugel in der neuen Spielzeit ausschließlich in den Mannschaftswettbewerben erlaubt sein, um den finanziell gebeutelten Vereinen zu helfen.
Noch kein neuer Termin
Ein neuer Termin für die Jahreshauptversammlung des FKV ist noch nicht in Sicht. Personelle Veränderungen stehen an. Jeweils ihren Rücktritt haben der Vorsitzende Jan-Dirk Vogts und sein Stellvertreter Johannes Trännapp mitgeteilt. Als neuer Vorsitzender wird Helfried Götz, Bürgermeister der Gemeinde Friedeburg, gehandelt. Aufhören wird auch der Boßelfachwart Alwin Jurisch. Weitere Posten sind unbesetzt.
Einzelkämpfe
Angesichts des bis zum 18. April verlängerten Lockdowns sehen sich die Funktionäre in ihrer Entscheidung, die Boßelsaison 2020/21 abzubrechen, bestätigt. Der Klootschießerlandesverband Oldenburg (KLVO) hat schon beschlossen, die Spielzeit 2021/22 bei null beginnen zu lassen. Auf Kreisebene könnten vor den Sommerferien noch Freundschaftskämpfe oder Einzelwettbewerbe ausgetragen werden. Die Befürchtung ist groß, dass auch die Friesensportler Mitgliederverluste verzeichnen müssen.

08.03.2021
Der Friesenkampf

Warum der Friesenkampf mit unserem Sport nichts gemein hat

Unter dem Friesenkampf versteht man eine Abwandlung des Modernen Fünfkampfes. Der Friesenkampf besteht aus den Disziplinen Fechten, Schwimmen, den leichtathletischen Disziplinen Laufen und Kugelstoßen, sowie Luftgewehrschießen auf 10 Meter. Der erste Friesenkampf wurde 1928 in Düsseldorf auf Initiative von Paul Schulze organisiert, dem damaligen Sportwart des Deutschen Fechter-Bundes und Bundesfechtwart des Deutschen Turner-Bundes. Er sollte mit seinen verschiedenartigen Disziplinen als Ergänzung und Ausgleich für die Fechter dienen. Der Friesenkampf ist in Erinnerung an Karl Friedrich Friesen benannt. Dieser Vielseitigkeitssport wird bisher nur in Deutschland und lediglich von wenigen Sportlern betrieben. Um die Sportart ausüben zu können, bedarf es des Nachweises einer bestandenen Ausbildung zum Sportfechten, so dass der Friesenkampf fast ausschließlich von aktiven Fechtern oder ehemaligen Modernen Fünfkämpfern ausgeübt wird. Der Friesenkampf ist innerhalb des DTB organisiert und findet daher im Rahmen der auf Landesebene stattfindenden Landesturnfeste und auf Bundesebene im Rahmen des Deutschen Turnfestes oder der Deutschen Mehrkampfmeisterschaften statt.

10.02.2021
Neuer Wettbewerb

Verband ruft neuen Wettbewerb ins Leben

Ab der kommenden Friesensport-Saison wird es auch eine Championstour für Klootschießer geben. Geplant sind Ranglistenwerfen mit dem Kloot und der Hollandkugel.
Die Championstour der besten Straßenboßler des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV) gibt es schon seit Jahren. Nun hat der FKV auch eine Championstour der Klootschießer ins Leben gerufen. Die Werfer kämpfen um den Sieg im Ranglistenwerfen in den Disziplinen Kloot-Standkampf und Hollandkugel-Feldkampf.

Acht Termine
Das gelbe Trikot für den Führenden.
Während der laufenden Ranglistensaison tragen die Führenden der einzelnen Leistungsklassen das gelbe Trikot. Die besten Nachwuchskräfte werfen im weißen Trikot. Wer den größten Weitenzuwachs mit der Klootkugel verzeichnet, streift sich das lila Trikot über. Für die größte Einzelweite mit der Klootkugel ist das grüne Trikot vorgesehen. Für die Besten der Tageswettbewerbe gibt es besondere Tagestrikots. In einer Finalveranstaltung werden die beste Klootschießerin und der beste Klootschießer sowie die Siegerinnen und Sieger der Einzeldisziplinen der Jugendlichen und Erwachsenen geehrt. Außerdem werden an diesem Tag die Mitglieder des FKV-Perspektivkaders benannt.
Während eines Wettkampfjahres können an acht Terminen Ranglistenpunkte in beiden Disziplinen errungen werden. Wer am Ende in der Addition beider Wertungen die meisten Punkte hat, gewinnt den Titel Klootschießerin oder Klootschießer des Jahres. Der Wettbewerb wird für Männer, Frauen und Jugendliche angeboten. Akteure älterer und jüngerer Altersklassen dürfen teilnehmen, müssen aber mit den Klootkugeln für Frauen I, Männer I beziehungsweise Jugend A werfen.
Der FKV will das Klootschießen mit regelmäßigen Wettkämpfe in einem Wertungssystem fördern. Der Wettbewerb wird daher für Qualifikationen zur deutschen Meisterschaft und internationale Vergleiche herangezogen. Er ermöglicht den Zugang zum FKV-Perspektivkader für die Europameisterschaften. Um Punkte wird überwiegend bei schon vorhandenen Veranstaltungen gekämpft. Laut FKV sind nur wenige zusätzliche Wettkampftermine erforderlich. Die Championstour Kloot- und Hollandkugel sei zudem eine offene Veranstaltung. Alle Werferinnen und Werfer können teilnehmen. Es sei keine vorherige Anmeldung erforderlich. Bei den bestehenden Wettkämpfen gelten die jeweils gültigen Wettkampfbedingungen. Bei den zusätzlichen Wettkampfterminen sind mit der Klootkugel fünf Würfe zu absolvieren, von denen drei in die Wertung einfließen.
Mit der Hollandkugel müssen beim Standwerfen fünf Würfe absolviert werden, die alle in die Wertung kommen. Beim Streckenwerfen mit der Hollandkugel sind entweder zehn Würfe in Folge zu absolvieren, oder es wird alternativ ein Zielwerfen angeboten.

Nach EM-Regeln
Bei den zusätzlichen Wettkampfterminen wird nach EM-Regeln geworfen. Beim Drehwurf in den weiblichen Klassen gibt es einen Zwei-Meter-Sektor. Die übergetretenen Zentimeter werden von der Wurfweite abgezogen. Bei Übertreten von mehr als zwei Metern ist der Wurf ungültig.
Wird das Hollandkugelwerfen als Streckenwerfen angeboten, ist von jedem Teilnehmer ein Schiedsrichter zu benennen. Ohne Schiedsrichter gibt es keine Starterlaubnis.

10.02.2021
Winter Ja, Corona Nein

Winter spielt mit – Corona jedoch nicht

Wegen der Pandemie geht des Warten der Friesensportler auf die 28. Auflage des Feldkampfes weiter. Zeit für einen Rückblick auf das bislang letzte Duell zwischen den beiden Landesverbänden Oldenburg und Ostfriesland im März 2018.
Knapp drei Jahre lang warten die Friesensportler und deren Anhänger, die Käkler und Mäkler, nun schon auf den nächsten Feldkampf zwischen den beiden Landesverbänden Oldenburg und Ostfriesland. Witterungsbedingt fand das Kräftemessen zuletzt Anfang März 2018 in Stollhamm statt. Am kommenden Wochenende hätte es nun erstmals wieder mächtig rund gehen können. Doch Ironie des Schicksals: Zwar stimmen ob des aktuellen Wintereinbruchs in Niedersachsen mit Minusgraden bis in den zweistelligen Bereich momentan die Rahmenbedingungen, um ein gutes Feldkampfgelände stellen zu können. Allerdings macht nun die Pandemie der Traditionsveranstaltung einen dicken Strich durch die Rechnung. Und so brauchen die Verantwortlichen des Friesischen Klootschießerverbands derzeit auch nicht in Hektik zu verfallen. Denn wegen Covid-19 hatte der FKV frühzeitig mitgeteilt, dass es in diesem Winter keinen Länderkampf geben würde. „Für die Sportler und Zuschauer ist das Hygiene- und Abstandskonzept leider nicht zu gewährleisten“, hatte der FKV-Vorsitzende Jan-Dirk Vogts (Hollwege) den FKV-Beschluss begründet.

Ein Jammer
Auch der Feldobmann des Klootschießer-Landesverbandes Oldenburg (KLVO), Stefan Bruns aus Waddens, bedauert die notwendige Absage: „Das ist ein Jammer, dass es nicht geht. Nach der langen Pause wäre das für den Friesensport gut gewesen.“ Zumal die Oldenburger für den sportlichen Vergleich bestens gerüstet gewesen wären. „Wir hätten ein Super-Männerteam gehabt“, betont der 47-Jährige: „Auch beim Jugendteam hätte der Wettkampf für neue Impulse gesorgt. Indes wäre an den beiden Wettkampftagen ein Feldkampf der Junioren nicht durchgeführt worden, da diese größtenteils in der Hauptmannschaft werfen.“
Wie dem auch sei: Nun heißt es, ein weiteres Jahr auf den Feldkampf zu warten. Derweil bleibt Zeit, um auf den 27. und bislang letzten Wettkampf zwischen den Oldenburgern und Ostfriesen in der Wesermarsch zurückzublicken. In Stollhamm maßen sich am 3. März 2018 bei eisigem Wind am Samstag sowohl die Jugend- als auch die Männerteams der beiden Landesverbände, weil für den Sonntag bereits Tauwetter angekündigt worden war.

Spannung bis zum Ende
Das Oldenburger Männerteam lag lange komfortabel in Front. Im letzten Durchgang schmolz der Vorsprung allerdings zwischenzeitlich noch auf magere 65 Zentimeter zusammen. Groß war dann der Jubel im Oldenburger Lager, als der Erfolg mit einem Plus von 26 Metern feststand.

Ewig junges Duell
In der Statistik des Feldkampfes zwischen den Friesensportlern der Landesverbände Oldenburg und Ostfriesland liegen aktuell die ostfriesischen Männer noch knapp mit 14:13 in Führung. Die letzten fünf Länderkämpfe gewannen jedoch allesamt die Oldenburger. Ostfriesland war zuletzt 2001 in Jever erfolgreich.
Gerne erinnern sich die Friesensport-Begeisterten an die bislang vorletzte Veranstaltung am 4./5. Februar 2012 bei Bilderbuch-Wetter in Utgast (Kreisverband Esens). Groß war der Jubel im Oldenburger Lager nach zwei Tagen toller Feldkampfatmosphäre, denn alle drei Ländervergleiche (Jugend, Junioren und Männer) gewannen die Oldenburger. Die Jugend mit drei Schoet, die Junioren mit 90 Metern und die Männer im Krimi mit gerade mal 1,20 Metern Vorsprung. Die Besonderheit bei diesem Feldkampfgelände war, dass Erdwälle überworfen werden mussten. Dabei konnten Oldenburger erstmals alle drei Wettbewerbe an einem Wochenende und einem Ort gewinnen. Dies war den Ostfriesen auch schon mal gelungen: Im Jahr 1994 im Kreisverband Butjadingen.
Den ersten Vergleich zwischen Ostfriesland und Oldenburg gab es am 28. Januar 1937 in Hohenberge/Varel. Ostfriesland gewann mit vier Metern Vorsprung. Der zweite Feldkampf folgte nach dem Krieg am 25. Februar 1948. Auch dort setzten sich die ostfriesischen Klootschießer durch – mit einem Schoet.
Im ewig jungen Duell mit den Oldenburgern, die zuletzt stark aufholen konnten, haben in allen drei Altersklassen die Ostfriesen die Nase vorn: bei den Männern hauchdünn mit 14:13 Siegen, bei der Jugend (erstmals 1953) mit 21:13 und bei den Junioren (erstmals 1972) mit 10:6.
Der nächste Feldkampf wird in Blersum (Kreisverband Wittmund) stattfinden. Das ganze Spektakel hatte sich über den (zu) langen Zeitraum von knapp neun Stunden Stunden hingezogen. Los ging es um 9.50 Uhr in der Früh. Der letzte Wurf erfolgte erst um 18.34 Uhr bei einsetzender Dämmerung. „Wir waren ein ausgeglichenes Team“, resümiert der Oldenburger Mannschaftsführer Detlef Müller. Man habe aber auch gesehen: „Sicher kann man sich zwischendurch nicht sein. Der Sieg hätte noch aus den Händen gleiten können.“

EINE GROSSE FOTOGALERIE
hat Hobby-Fotograf Helmut Behrends unter „Freesensport – Großer Querschnitt“ ins Internet gestellt. Der Oldenburger hat etliche hochrangige Veranstaltungen von Europameisterschaften bis hin zu Feldkämpfen begleitet.
Mehr Infos unter www.helmutbehrends.de

05.02.2021
Boßeln ist wie Golf

Einweisung in die ostfriesische Kulturtechnik des Boßelns

Als ich mein erstes Interview in Ostfriesland gab, wurde ich gefragt, welche Sportart außer Boßeln ich noch betreibe. Es ist lange her. Ich hatte damals keine Ahnung, wovon die Rede war und rührte nachdenklich im Tee rum. Ja, ich musste noch viel lernen. Im Gesicht des ostfriesischen Journalisten war unschwer abzulesen, dass ich mich gerade blamiert hatte. Wer Tee umrührt, kann auch gleich Marmeladenbrote mit Messer und Gabel essen oder Currywurst mit dem Strohhalm schlürfen.
Zum zweiten Mal hörte ich das Wort Boßeln von meinen Nachbarn, die Bettina und mich auch dazu einluden. Ich erhielt gleich eine treffende Erklärung: „Boßeln wie Golf. Nur ohne Schläger. Die Kugel muss in kein Loch, aber dafür mäht auch keiner den Rasen.“ Klar, dachte ich mir, was soll da denn schief gehen.
Es war ein klarer kalter Tag. Da die Ostfriesen als recht trinkfest gelten, gehören ein Kasten Bier im Bollerwagen und eine Flasche Schnaps praktisch zum Sportgerät. Dafür muss man ja keine Golfschläger schleppen. Das Prinzip ist einfach. Zwei Mannschaften spielen gegeneinander. Eine Kugel wird mit so wenig Versuchen wie möglich über eine vorher festgelegte Strecke geworfen. Es sieht ganz einfach aus, so als könne man gleich mitspielen und nichts falsch machen. Irrtum. Ich habe Spezialisten kennengelernt, die ihre Kugel über neunzig ja fast hundert Meter weit fliegen lassen. Den Weltrekord hält Stefan Albarus aus Norden mit 106 Metern.
Die verschiedenen Wurftechniken sind eine Wissenschaft für sich. Man erzählte mir, die Ursprünge des Boßelns, auch Klootschießen genannt, lägen weit zurück. Damals hätten die tapferen Friesen römische Soldaten mit getrockneten Lehmkugeln angegriffen. In der Tat berichtete schon der römische Senator Tacitus über solche Vorfälle. Ich erinnere mich an Lateinstunden, in denen ich aus seinem Werk „Germania“ übersetzen musste und daran scheiterte. Theodor Storm erzählt im Schimmelreiter von einem Boßelwettkampf.
Für Boßler werden keine Sporthallen oder Plätze gebaut. Über kostspielige Arenen grinsen sie nur. Es ist ein Sport für Felder und Straßen. Wo am Straßenrand Klootschießer-Gruppen auftauchen, halten Autofahrer respektvoll Abstand und warten geduldig, bis sie weiterfahren dürfen.
Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder Versuche, den Ostfriesen das Boßeln zu verbieten. Damit ist noch jeder genauso jämmerlich gescheitert, wie der preußische König Friedrich, der den Ostfriesen das Teetrinken verbieten wollte. Statt des „Chinesischen Gifts“ sollten sie lieber Bier trinken. Beim Bier kamen sie ihm entgegen. Beim Tee blieben sie hart.

01.02.2021
Landesvorsitzender Helmut Riesner tritt zurück

Gesundheitliche Gründe zwingen zur Aufgabe
Der Vorsitzende vom Friesischen Klootschießer Landesverband Oldenburg (KLVO), Helmut Riesner ist zurückgetreten. Sicherlich für alle überraschend, zwangen gesundheitliche Gründe zu diesen plötzlichen Entschluss. Der nun 68 jährige Diekmannshauser  hatte vor 4 Jahren im November 2017 den Vorsitz übernommen. Gut vernetzt stellte Helmut Riesner Kontakte zur Wirtschaft und Politik für die Entwicklung des Verbands her. Die Öffentlichkeitsarbeit bei ihm eine Herzensangelegenheit. Coronabedingt musste die Jahreshauptversammlung vom Landesverband im November 2020 ausfallen. Gut 1 ½ Jahren bevor Helmut Riesner diesen Posten übernahm, rettete er auf einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung des TV Schweiburg, mit dem Wahl zum Vorsitzenden den Verein vor dem Aus. Dieses Amt gab er nach 2 Jahren wieder ab.
Den Vorsitz im Landesverband übernimmt nun kommissarisch der 2. Vorsitzende Frank Göckemeyer. Der 45 jährige Stollhammer ist zudem seit 8 Jahren Vorsitzender vom Heimatverein KBV Stollhamm und 2. Vorsitzender im Kreisverband Butjadingen. Zuvor brachte sich Göckemeyer 20 Jahre aktiv in der Jugendarbeit bei den Butjentern ein. Die nächste Jahreshauptversammlung vom Landesverband konnte noch nicht terminiert werden. Die bisherigen Vorsitzenden im KLVO: 1951 – 1964 Hans Coring, Wiefelstede, 1964 – 1971 Bernd Söker, Moorwarfen, 1971 – 1975 Georg Wedemeyer, Moorseite, 1975 – 1983 Berthold Oldewedeken, Varel, 1983 – 1993 Egon Mehrings, Schweewarden, 1993 – 2003 Werner Gerdes, Obenstrohe, 2003 – 2013 Johann Hasselhorst,  Apen und 2013 – 2017 Robert Schröder, Osterscheps.

01.02.2021
Spohle Damals und Heute

Spohle ist nicht ganz der nördlichste Zipfel der Gemeinde Wiefelstede. Nur wenige Kilometer weiter Richtung Norden schließt Conneforde die Gemeinde Wiefelstede ab.
Ein lebens- und liebenswertes Fleckchen – so bezeichnen die meisten der 517 Spohler Einwohner gerne ihren Ort. Hier fühlen sie sich wohl und hier wird die Gemeinschaft noch großgeschrieben. Bis zur Gebietsreform im Jahr 1972 war Spohle zugehörig zur politischen Gemeinde Varel-Land. Aber wer weiß heute noch, dass Spohle eine Gründung des Klosters Rastede ist? Wie in dem vom Wiefelsteder Heimatforscher Wilfried Harms in seinem Buch „Wiefelstede – Unsere Gemeinde gestern und heute“ nachzulesen ist, hatte die Ansiedlung von zwei Hofstellen in dem abgelegenen Moor- und Heidegebiet wohl den Zweck, die Versorgung des Rasteder Klosters mit Torf sicherzustellen. Später siedelten sich weitere Höfe an. Einer alten Sage nach, soll hier sogar einmal eine Burg gestanden haben. Dies ließ sich aber bis heute nicht nachweisen. Die Menschen lebten in früherer Zeit überwiegend von der Schafzucht. Da hiervon aber niemand die Existenz seiner Familien und Höfe sicherstellen konnte, wurde nach weiteren Einkommensquellen gesucht. So waren die Männer des Ortes viele Tage im Jahr unterwegs, um sich in Holland als Mäher oder um im nahen Varel Torf zu verkaufen. Eine bedeutende Rolle spielte in der wirtschaftlichen Entwicklung Spohles der Buchweizen- und Flachsanbau. Später gesellte sich bei vielen Spohlern das Imkern dazu.
Gut funktionierendes Dorfleben
Das alles ist heute natürlich Geschichte. In Spohle siedelten sich im Laufe der Jahre immer mehr Menschen an und die Landwirtschaft war für viele die wichtigste Einkommensquelle. Im Laufe der Zeit siedelten sich immer mehr Familien in Spohle an und es entstand ein starkes dörfliches Leben. Aus Gesprächen mit älteren Einwohnern wird deutlich, dass es in Spohle in der noch jüngeren Vergangenheit eigentlich alles gab, was man zum täglichen Leben benötigt. „Der Wiefelsteder“ erfuhr, dass es hier früher sogar zwei Tankstellen, zwei Schneider, zwei Lebensmittelläden, ein Reisebüro, ein Möbelgeschäft sowie ein Textilgeschäft mit Bettenreinigung gab. Vor noch gar nicht so langer Zeit konnten die Spohler in einem Schuhgeschäft ihre Schuhe kaufen und beim Schuster auch neu besohlen lassen. Das Backparadies Bunjes blickt in diesem Jahr sogar auf das 110-jährige Bestehen zurück. Am 1. Mai 1911 öffnete Hinrich Bunjes erstmals die Tür zu seiner Backstube. Der heutige Inhaber Hinz Bunjes, Enkel des Gründers, führt das Geschäft mittlerweile in der dritten Generation weiter. „Ich erinnere mich auch noch gut an die Zeit“ so der Bäckermeister, der zusammen mit seiner Frau Petra den Lebensmittelladen und die Bäckerei führt, „dass wir mit unserem Verkaufswagen bis 1979 im weiten Umfeld von Spohle unterwegs waren und die Menschen mit Lebensmitteln versorgten.“ Natürlich gab es in Spohle auch einen „Krug“, in dem sich nach Feierabend, überwiegend die Männer zum Klönschnack trafen. Gustav und Emma Müller hatten den alten Dorfkrug mit angeschlossenem Kolonialwarengeschäft im Jahr 1929 von ihren Vorgängern erworben. Sogar eine Viehwaage stand den Landwirten auf dem Gelände zur Verfügung. In den 1960er- und 1970er-Jahren war der Spohler Krug ein beliebtes Ziel der tanzfreudigen jungen Menschen. Heute hat sich das Gesellschaftshaus mit Hotel einen guten Ruf weit über die Grenzen des Ammerlands erworben. Beliebt waren in früheren Jahren auch die große Preismaskerade im Spohler Krug und das Volksfest mit vielen Attraktionen, wie u.a. einem Kettenkarussell.
 
Viele Firmen fühlen sich hier wohl
Leider konnte die Redaktion des „Wiefelsteder“ keine Dokumentationen ausfindig machen, die Genaueres über diese Zeit, als das Dorf Spohle noch mit allem versorgt wurde, was zum Leben benötigt wird. Vielleicht liegt es auch daran, dass es, im Gegensatz zu vielen anderen Orten in der Gemeinde Wiefelstede, keinen Ortsbürgerverein gibt. Diese Funktion fangen aber die Spohler Vereine, die sich sehr aktiv in das Dorfleben einbringen, auf. Hierüber an anderer Stelle mehr. Ein Blick auf die Geschäftswelt zeigt, dass es, wie in vielen anderen Gegenden, einen großen Wandel gegeben hat. Neben dem Backparadies und dem Spohler Krug hat sich hier auch weiterhin Gewerbe angesiedelt. U.a. finden wir in Spohle die Raiffeisengenossenschaft mit einer Tankstelle und die Raiffeisentechnik, Versicherungsagenturen, einen Fliesenleger und ein Kosmetikinstitut, ein Feinkostunternehmen sowie ein Gartenbauunternehmen, IT-Fachmann, Maler, Tierarzt und Friseur. Ganz aktuell ist vor ein paar Monaten ein Buch im Isensee-Verlag erschienen, in dem sich die Vareler Autorin Waltraud Bunjes an ihre Kindheit bei ihrer Oma in Spohle erinnert. In dem Buch „Ein Mädchen aus einem Dorf“ erinnert sich Waltraud Bunjes an viele Erlebnisse, die sie als junges Mädchen anlässlich Besuchen bei ihrer Großmutter hatte. Wenn auch die Namen der Personen aus Datenschutzgründen geändert wurde, dürften viele ältere Spohler so einiges in dem Buch wiedererkennen. Das Vereinsleben Ein besonderes Wahrzeichen zieht die Blicke der Vorbeifahrenden auf sich. Christian Dieluweit, Geschäftsführer der Metallverwertung Stock, wollte dem Ort etwas Gutes tun und ließ ein drei Tonnen schweres Nashorn an der Kreuzung Wiefelsteder Straße/Torfweg aufstellen. Das Nashorn wurde auf den Namen „Helmut“ (nach dem damaligen Bürgermeister Helmut Völkers) getauft. Seitdem kümmert sich der Helmut-Club, bestehend aus Alterskameraden der Spohler Feuerwehr und dem Bezirksvorsteher Egon Tapken, um das dortige Areal. „Wir haben quasi die Patenschaft über den Koloss und auch der Schutzhütten am Dorfweiher sowie beim Denkmal übernommen“, so Tapken.
 
Ein wichtiger Faktor in der Ortschaft Spohle ist natürlich die im Jahr 1922 gegründete Freiwillige Feuerwehr. Viele Spohler, darunter viele Jugendliche und Kinder, gehören dem Boßelverein (246 Mitglieder) „He löppt noch“ an. Der Sportverein TuS Spohle (473 Mitglieder) bietet zudem ein breitgefächertes sportliches Angebot für alle Altersgruppen an. Höhepunkt eines jeden Jahres ist anlässlich des Dorffestes das weit über die Grenzen Spohles hinaus beliebte Spiel ohne Grenzen. Und auch der große Flohmarkt des TuS zieht, wenn nicht gerade Corona-Pandemie ist, die Schnäppchenjäger von weither nach Spohle.
 
Ein Fazit am Schluss: Aus vielen Gesprächen konnte festgestellt werden, dass die Spohlerinnen und Spohle sich in ihrem Dorf sehr wohl fühlen. Auch die Jüngsten gehen gerne in den Kindergarten „Spatzennest“ am Torfweg. Es ist fast alles vorhanden, was das Dorf lebens und liebenswert macht. Einzig Baugrundstücke für zahlreiche junge Familien, die sich hier niederlassen möchten, fehlen. „Wenn diese nicht kommen, dann besteht die Gefahr, dass das Dorf „veraltet“ und Kindergarten und Sporthalle dann nicht mehr so frequentiert werden, wie bisher“, sagt der Bezirksvorsteher Egon Tapken.

 


30.01.2021
FKV-Chef Vogts plant Rückzug

Als langjähriger Vorsitzender des Friesischen Klootschießerverbands denkt Jan-Dirk Vogts über seinen Rücktritt nach. Im Ostfriesen Helfried Goetz scheint bereits ein Nachfolger gefunden. Aber es gibt weitere Baustellen beim FKV.
Der Friesische Klootschießerverband (FKV) steht vor einem personellen Umbruch. So hat der FKV-Vorsitzende Jan-Dirk Vogts (Hollwege,Bild) bekannt gegeben, dass er nach 20 Jahren im Vorstand und 16 Jahren an der Spitze des Verbandes, über seinen Rücktritt nachdenkt. Bei einer Video-Konferenz des FKV mit dem erweiterten Vorstand war zu diesem Thema Helfried Goetz, Bürgermeister der Gemeinde Friedeburg, zugeschaltet. Der bekannte Klootschießer aus Ostfriesland stellte sich dabei als Kandidat für das Amt von Vogts vor.

Volle Unterstützung
Sportlich erfolgreich war Goetz unter anderem bei den Europameisterschaften der Friesensportler 2008 in Irland und 2012 in Italien, als er jeweils EM-Gold mit dem FKV-Team holte. Der 49-jährige Ostfriese erhielt nach seinen Aussagen bei der virtuellen Vorstellung den Applaus der Teilnehmer an der Online-Konferenz. „Er hat die volle Unterstützung der Oldenburger und Ostfriesen“, zeigt sich auch Helmut Riesner, Vorsitzender des Klootschießer-Landesverbands Oldenburg (KLVO), von Goetz angetan. Hoffnung auf reguläres Saisonende bleibt
Coronabedingt muss allerdings die turnusmäßig Anfang März geplante FKV-Versammlung ausfallen. Sie soll in den September verlegt werden. Dort wäre dann auch die Wahl von Helfried Götz zum zweiten FKV-Vorsitzenden möglich. Der Friedeburger könnte sich dann als Stellvertreter im Verband einarbeiten.
Eigentlich war Johannes Trännapp nach seiner Wahl zum zweiten FKV-Vorsitzenden 2019 als kommender Verbandschef gehandelt worden. Aus privaten Gründen verabschiedet sich der Bürgermeister der Samtgemeinde Hage aber nun von der Funktionärs-Bühne.
Jan-Dirk Vogts steht dem FKV seit 2005 vor. Wann der 63-Jährige genau aufhört, ist noch offen. Allerdings ist dem Ammerländer die Außendarstellung ostfriesischer Funktionäre in Bezug auf die Umbesetzung der Spitzenposition im Verband sauer aufgestoßen. „Das ist eine geringe Wertschätzung der Arbeit, die man gemacht hat“, ärgert sich Vogts: „Ob und wie lange ich mich weiter zur Mitarbeit zur Verfügung stelle, lasse ich offen. Ich schaue mir die weitere Entwicklung an.“

Vorbereitungen für die EM 2022
Der Vorstand des Friesischen Klootschießerverbands will in naher Zukunft sein Konzept für die Europameisterschaften vom 26. bis zum 29. Mai 2022 vorstellen. Die Titelkämpfe in Schleswig-Holstein waren ursprünglich für das Himmelfahrt-Wochenende im Mai 2020 terminiert worden, mussten wegen der Pandemie aber schon zweimal verschoben werden.
Für die Werferinnen und Werfer stehen noch Qualifikationen in den drei Disziplinen Kloot-, Holland- und Eisenkugel an. Der FKV-Vorstand will Klarheit darüber schaffen, wie mit dem bestehenden Aufgebot und möglichen Neulingen um die Kaderplätze geworfen wird.
Bei den Jugendlichen fallen durch die coronabedingte EM-Verlegung hoffnungsvolle Aktive altersbedingt heraus. Die EM findet normalerweise alle vier Jahre statt. Jetzt müssen die Friesensport-Fans sechs Jahre warten. Die Heim-EM des FKV ist für 2024 im Kreisverband Esens in Neuharlingersiel geplant.
Die Verbände aus Italien und Irland haben ihre Bereitschaft dazu erklärt, zweimal innerhalb von zwei Jahren nach Deutschland zu reisen. Das sei dank Sponsoren finanziell möglich.
Somit schimmert einmal mehr die jahrelange Rivalität zwischen den beiden Landesverbänden hervor. Nach dem Abgang des Hollwegers stünde ein Ostfriese an der Spitze. Dann wiederum stünde den Oldenburgern zu, einen neuen Kandidaten für den Vizeposten zu benennen, der von der Versammlung gewählt wird.

Einige Baustellen
Unterdessen gibt es beim FKV einige Baustellen – sowohl in sportlicher, als auch in personeller Hinsicht. So werden schon seit geraumer Zeit Frauenwartinnen für das Boßeln, Klootschießen und Hollandkugelwerfen gesucht. Zudem stehen der 2018 gewählte FKV-Boßelobmann Alwin Jurisch (Pfalzdorf) und der langjährige FKV-Justiziar Joachim Karsjens (Wiesederfehn) vor dem Abgang.
Dem Friesischen Klootschießerverband gehören noch 32 000 Mitglieder an. Vor Vogts stand Jardo Tapper acht Jahre an der Spitze des FKV. Der Blomberger war damals Nachfolger von Rolf Blumberg aus Stollhamm, der dieses Amt vier Jahre lang inne hatte.

27.01.2021
Wird die Saison abgebrochen?

Hoffnung auf reguläres Saisonende bleibt
Wird die Punktspielsaison 2020/2021 der Boßler noch zu Ende geführt? Das bleibt auch nach einer Videokonferenz des erweiterten Vorstands des Friesischen Klootschießerverbands (FKV) vom Wochenende offen. Der FKV-Vorsitzende Jan-Dirk Vogts aus Hollwege sagt dazu: „Die Politik gibt die Rahmenbedingungen vor. Wir müssen abwarten.“
Der Vorsitzende des Klootschießer-Landesverbands Oldenburg (KLVO), Helmut Riesner, bezweifelt, dass die Saison noch termingerecht gestemmt werden kann. Der Spielleiter der oldenburgischen Ligen, Erich Kuhlmann, hat indes den Plan für die Fortführung in der Schublade. „Bei einem Start Anfang April wäre ein Abschluss bis zum Ende der normalen Spielzeit 2020/2021 am 30. Juni möglich“, sagt Kuhlmann.
Bisher sind jedoch erst drei Spieltage im Herbst absolviert worden. Elf stehen noch aus. Der Spielleiter stellte daher die Frage: „Wir hätten dann an jedem Sonntag ein Spieltag. Wollen die Boßler das?“
Der FKV-Vorstand befindet sich im regelmäßigen Austausch über die aktuellen Entwicklungen der Pandemie. In der nächsten virtuellen Konferenz am 22. Februar könnte die Frage beantwortet werden, ob die Saison weitergeht.
Der Vorstand befürchtet, das Boßler von ihrem Hobby abrücken könnten, wenn die die Wettkampfpause noch länger anhalte.
Riesner: „ Die Sorge, dass wir Werferinnen und Werfer verlieren, ist groß. Diese Gefahr ist bei Jugendlichen größer als bei Erwachsenen.“

25.01.2021
Coronakonformes Kloatscheeten

Coronakonform "Kloatscheeten" in der Grafschaft Bentheim
Aufgrund von Corona kann das beliebte "Kloatscheeten" in der Grafschaft Bentheim bereits seit längerem nicht mehr so stattfinden wie gewohnt. Doch die Rettung naht.
Traditionen online weiterleben zu lassen, liegt im zweiten Corona-Jahr im Trend: Axel und Robin aus Gildehaus (Grafschaft Bentheim) haben sich überlegt, wie das traditionelle Kloatscheeten (ähnlich wie Boßeln) dieses Jahr unter erschwerten Bedingungen stattfinden könnte.
Die zündende Idee hatten die beiden bei einem gemeinsamen Spaziergang durch das Dorf. Die Umsetzung: Wie beim traditionellen Kloatscheeten gibt es auch bei der Online-Variante ein blaues und ein gelbes Team. Die Teams haben jeweils gleich viele Mitglieder. Je eine Person aus dem jeweiligen Team kommt zum verabredeten Treffpunkt im Freien. Es treffen insgesamt also immer nur zwei Personen aufeinander: Die "Blaue 1" und die "Gelbe 1". Sie werfen nacheinander den "Kloat" ihres Teams und markieren mit einem kleinen Schild die entsprechende Stelle, an der der "Kloat" liegengeblieben ist.
Anschließend bringen die "Blaue 1" und die "Gelbe 1" den jeweiligen "Kloat" zum zweiten Teammitglied z.B. nach Hause oder zu einem verabredeten Treffpunkt. Die zweiten Teammitglieder, also die "Blaue 2" und die "Gelbe 2" treffen sich an der vorher markierten "Kloat-Landestelle" und werfen ihren "Kloat" von dort aus weiter. Die neue Stelle wird markiert, der "Kloat" wird an das nächste Mitglied, das zu Hause wartet, weitergegeben.
Damit auch nicht geschummelt wird, wird der Wurf per Video dokumentiert und anschließend in einer WhatsApp-Gruppe geteilt. Das "Kloatscheeten" ist durch, wenn alle Teammitglieder einmal geworfen haben. Gewonnen hat die Gruppe, die mit ihren Würfen am weitesten gekommen ist.


25.01.2021
Seit 150 Jahren gibt es Kohlfahrten

Der Oldenburger Turnerbund (OTB) gilt den Angaben zufolge als Erfinder der Kohlfahrten in ihrer heutigen Form. Die erste Kohlfahrt sei in der OTB-Vereinschronik vom 15. Januar 1871 dokumentiert, also vor 150 Jahren. Damals ging es aber vor allem um Sport und Turnen für Männer, Spiele - Stichwort: Teebeutelweitwurf - und musikalische Begleitung kamen Anfang des 20. Jahrhunderts dazu. Um dieses Datum zu ehren, hat die Oldenburg Tourismus und Marketing den 15. Januar auch zum Tag der Kohlfahrt ernannt.
Zur Begründung heißt es: „Bei einer Kohlfahrt geht es um Gemeinschaft, um soziale Kontakte, um ernste und weniger ernste Gespräche und um Spaß. Gemeinschaftssinn ist einer der tragenden Pfeiler unserer Gesellschaft. Gemeinschaft muss erhalten und gepflegt werden, egal ob Freundschaft, Familie oder als Verein im kulturellen, musischen, sportlichen, sozialen und gesellschaftlichen Bereich.“



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